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Feng Shui World Kongress 2000
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01.06.00: Lillian Too - Wie Frauen in neuen Zeitalter zu Millionärinnen werden

11.15 Uhr, Saal Tirol: Eine energiegeladene Frau in einem pinkfarbenen Outfit betritt die Bühne.
Mit einem einladenden Lächeln und lockenden Gesten fordert sie die vornehmlich weiblichen ZuhörerInnen in den hinteren Rängen auf, doch ein wenig nach vorn zu rücken: "Don’t be shy, ladies. You all want to become millionaires, don’t you?"

Lillian Too hat die Gabe, ihre Zuhörer schnell in ihren Bann zu ziehen, so dass die oftmals übliche Barriere zwischen ReferentIn und Publikum erst gar nicht zustande kommt. Ihre humorvolle Art und ihre außergewöhnliche Präsenz machen ihre Vorträge zu einer packenden Erlebnisreise in die Welt des Feng Shui.

Zunächst will sie wissen, ob die Anwesenden tatsächlich Millionen verdienen wollen und wenn ja, in welcher Währung. Malaiische Dollar, Schillinge oder etwa gar Lira? "Wohl eher nicht“, gibt sie zu verstehen, und schlägt grinsend das englische Pfund vor. Nachdem man sich über die "währungstechnischen“ Grundlagen geeinigt hat, folgt der "fengshuitechnische" Teil: Um wahren Wohlstand zu generieren, brauche man Glück und davon gebe es verschiedene Arten: Das himmlische Glück (Karma), Feng Shui (Erdenglück) und das persönliche Glück (individuelles Potential).

Lillian Too betonte, dass es sehr viele Erfolgsfaktoren gebe, aber dass vor allen Dingen Eigeninitiative, Spaß und leidenschaftliche Hingabe Grundvoraussetzung für erfolgreiches Schaffen und finanziellen Erfolg seien.

In ihrem Vortrag stellte sie drei Feng-Shui-Maßnahmen vor:

  1. Das symbolische Feng Shui

  2. Eine Feng-Shui-Formel ihres Lehrers Yap Cheng Hai

  3. Wertschöpfung, die nicht nur Profit, sondern wahren Reichtum beinhaltet

Zunächst führte sie die Teilnehmer in die Geheimnisse des symbolischen Feng Shui ein.

Die "Wunschkristallkugel“, in der der Besitzer unter dem Motto „visualize yourself as a millionaire“ seine eigene Zukunft visualisieren kann sowie Geldfrösche, Wohlstandsgötter und Arowanas ("Feng-Shui-Fische") waren selbstverständlich ein Topthema. Lillian Too erwähnte, dass es in China besonders viele Varianten von Geldgöttern gebe, denn die Chinesen hätten Gewinne, Gewinne und nochmals Gewinne im Kopf (kurz zuvor hatte sie uns von ihrer Karriere als Bänkerin in Malaysia und ihren Erfolgen als Bestseller-Autorin erzählt). Kleine Gottheiten, die diese Ambitionen versinnbildlichen, seien da natürlich immer von Nutzen.
In diesem Zusammenhang stellte Lillian Too natürlich auch den wohlbeleibten chinesischen Glücksbuddha vor. Diesem Glücksgott sollte man mehrmals täglich über seinen dicken Bauch reiben. Die "Massagen“ veranlassen ihn, seinem Besitzer spirituelle und materielle Reichtümer zukommen zu lassen.

Allerdings können und sollen beim Einsatz von Symbolen auch Kompaß-Feng-Shui-Regeln beachtet werden. Sehr wichtig ist daher die Kenntnis der eigenen Gua-Zahl mittels derer man diese Richtungen ermitteln kann. Ein Beispiel für die Kombination von Symbolen und Kompaß-Feng-Shui sind Modell-Segelschiffe, die nach Möglichkeit immer in die günstigste Gua-Richtung "segeln“ sollen. Da das Segelschiff Wind (Feng) und Wasser (Shui) vereint, ist es als "Geldbringer“ ganz besonders geeignet. Allerdings darf es selbstverständlich nicht ohne "Fracht" auslaufen, sondern sollte Glücksmünzen oder andere Wertgegenstände an Bord haben. Lillian Too berichtete, sie selbst habe einen ganzen Hafen mit Modell-Handelsschiffchen in vielen Größen und Formen zu Hause, denn verschiedene Schiffe symbolisierten vielfältige Einnahmequellen.
Auch bei der Arbeit und im Privatleben kann man seine günstigen Richtungen beachten. D.h. nach Möglichkeit am Schreibtisch in seine Sheng-Chi-Richtung schauen, während einer Konferenz in der günstigsten Richtung sitzen und zu Hause in eine der vier günstigen Richtung schlafen.

Ein Brunnen im Südosten des Hauses kann den finanziellen Erfolg ebenfalls unterstützen. Allerdings muss man zu diesem Zweck sicher stellen, dass das Wasser/Geld in eine bestimmte Richtung bzw. eine Schale fließen kann und nicht – wie bei vielen Zierbrunnen – einfach eine Säule o.ä. hinunterrinnt und dann verschwindet. Dies würde nämlich bedeuten, dass das Geld zwar vorhanden ist, jedoch sprichwörtlich an einem vorbeifließt.

Für Frauen, so Lillian Too, sei es besonders gut, einen "Berg“ (Anhäufung) vergoldeter Steine im Südwesten des Hauses aufzustellen. Der Südwesten entspricht dem Trigramm Kun (das Weibliche), der Erde (Stein). Vergoldet man nun einen symbolischen Berg, lockt dieser Glücks-Qi und Wohlstand für die weiblichen Bewohner ins Haus. Zum Vergolden eignen sich sowohl Farbe als auch Blattgold, das natürlich vorzuziehen ist.

Lillian Too hob vor allem die Nützlichkeit von sogenannten "Wealth Pots“ (Wohlstands-Töpfen) und damit verbundenen Ritualen hervor. Ein Wealth Pot kann ein beliebig großes, jedoch edel anmutendes Gefäß sein, in das der Besitzer/die Besitzerin alles hinein legt, was er/sie mit Wohlstand in Verbindung bringt. Allerdings müssen diese Dinge bereits Eigentum der betreffenden Person sein; Wünsche sind für einen Wealth Pot nicht geeignet. Farbkopien bereits eingelöster Schecks, Quittungen von besonderen Luxusartikeln, Münzen von verschiedenen Reisen und kleine Kristalle eignen sich indes hervorragend. Eine ganz besonders gute "Investition" ist anscheinend die Grundstücks-Erde eines reichen Bekannten, denn sie enthält sein Glücks- bzw. Wohlstands-Qi. Allerdings darf diese Erde nicht "stibitzt“, sondern muss mit dem Einverständnis des Betreffenden vom Grundstück entfernt werden. "Schauen Sie doch mal bei Bill Gates vorbei“, bemerkte Lillian Too, "und vergessen Sie nicht, eine große Plastiktüte mitzunehmen. Wenn Sie zu viel Erde mitgenommen haben, können Sie das, was sie nicht selbst brauchen, einfach verkaufen.“
Auch Geld, das durch die Hände reicher Menschen geflossen ist, eignet sich hervorragend für einen Wealth Pot oder als "Fracht" für eines der oben erwähnten Segelschiffe. Allerdings darf auch dieses Geld kein Geschenk sein. Lillian Too erzählte, dass sie, jedes Mal wenn sie einen Freund treffe, der noch wohlhabender als sie selbst sei, ihn darum bitten würde, ihr einen Geldschein zu wechseln. So könne sie an seinem Glücks-Qi teilhaben.

Besondern Wert legte Lillian Too allerdings auf einen Punkt: Was immer du tust, schaffe eine „win win situation“. Denn wenn deine Geschäftspartner an einem Deal ebenso viel oder noch mehr verdienen als du selbst, werden sie immer wieder gerne mit dir Geschäfte machen. Kooperation mit anderen ist eine der Grundvoraussetzungen für Erfolg und dabei spielt die Fähigkeit, andere maßgeblich am Profit teilhaben zu lassen, eine ganz erhebliche Rolle. Um wirklich reich zu werden, müsse man begreifen, dass Profit nicht das Wesentliche sei. Nicht Profit(gier), sondern Wertschöpfung mache einen Millionär bzw. eine Millionärin. Die besten Beispiele für diese These seien erfolgreiche Firmen wie Yahoo oder Amazon, die mit ihren Unternehmen keine Gewinne, sondern Verluste einfahren, aber Werte generieren. Die Chefs dieser Firmen sind aus diesem Grund wahrlich reich.

Zum Schluss bleibt zu bemerken, dass Lillian Too’s Feng-Shui-Tipps durchaus streitbar sind.
Ob Lillian Too ihren Erfolg tatsächlich den Geld-Töpfen und dreibeinigen Geldfröschen oder einfach ihren vielfältigen Talenten zu verdanken hat, sei dahingestellt. Während ihres Vortrags veranschaulichte sie auf jeden Fall, dass sie selbst einen Weg geht, der sie zum Erfolg geführt hat und dass andere Menschen ihr auf diesem Pfad folgen können.
Rituale sind immer so mächtig wie diejenigen, die sie durchführen. Allerdings können althergebrachte Rituale und die damit verknüpften Absichten Menschen helfen, ihre Kräfte erstmalig zu erfahren und weiterzuentwickeln. Lillian Too haben sie offensichtlich geholfen und sie hat sie - ganz Geschäftsfrau - zu einer Grundlage ihres Erfolgs gemacht.

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