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Intensiv-Ausbildung zum Feng-Shui-Berater Ein Ausbildungstag der Feng Shui Schule Odenthal bei Köln. Ein idyllisches Dörfchen im Bergischen Land, sanft abfallende Hügel, viel Grün und kaum Verkehr. Ein sonniger Samstagmorgen im Dezember, 8.50 Uhr. Ich stehe gemeinsam mit zwölf „Lehrlingen“ der Feng Shui Schule vor einem kleinen Fachwerkhaus, direkt neben der Dorfkirche. Für die Teilnehmer beginnt heute das dritte Ausbildungswochenende. Man kennt sich und diskutiert lebhaft über die bereits erlernten Feng-Shui-Prinzipien und ihre praktische Anwendung. Eine besonders tatkräftige Frau in einer braun-grünen Treckingmontur erzählt begeistert, dass sie nach dem letzten Ausbildungswochenende die gesamte Wohnung umgeräumt habe. Andere plagen sich scheinbar noch mit der bloßen Theorie. Welches Material wird welchem Element zugeordnet? Und wie war das mit den Qualitäten? Die Frau, die sich diesen und anderen Fragen in den kommenden zwei Tagen stellen wird, fährt um 8.55 Uhr in einem silbergrauen Toyota vor. Sabine Kriete-Neumann, Dozentin der Feng Shui Schule, Ausbildungsleiterin in Odenthal. Sich selbst und auch die Ausbildungsreihe hat sie bei unserem ersten Telefonat vor ein paar Monaten als „klar und gerade“ beschrieben. „Wir sind hier keine esoterischen Wundertüten. Bei uns wird Feng Shui gelehrt, sonst nichts. Und das ist keine Glaubensfrage, sondern lediglich eine Frage des Wissens und der Erfahrung.“ Ihre Selbsteinschätzung scheint zutreffend, denn sie macht einen äußerst patenten und durchweg sachlichen Eindruck. Sie begrüßt uns fröhlich, zerrt eine große Kiste mit Unterlagen aus ihrem Wagen und öffnet die Tür zum Seminarhaus. Die Gruppe marschiert zielstrebig in den Seminarraum im ersten Stock. Sobald sich jeder eingerichtet hat, beginnt der Unterricht.
Gabi, eine zurückhaltende Dame mittleren Alters, erklärt sich einverstanden. Zunächst stellen die Teilnehmer allgemeine Fragen, welche besonders die Umgebung des Hauses betreffen. Wo gibt es Straßen, wo Bäume, Hügel, Berge oder andere (auffällige) Strukturen? Danach werden die günstigen und ungünstigen Richtungen der Bewohner errechnet. Dann wird das „Fliegende-Sterne-Diagramm“ erstellt, welches den zukünftigen Beratern Auskunft über die räumlichen und zeitlichen Qualitäten des Gebäudes gibt. Den „technischen“ Teil bewältigt fast jeder spielend. Alsbald folgt jedoch die Kür: die Interpretation der Ergebnisse. Hier ist nicht nur theoretisches Wissen, sondern vor allem Erfahrung gefragt. Die Teilnehmer begreifen schnell, dass man in der Praxis kaum auf idealtypische Situationen trifft. Vielmehr sind hier Kreativität und Kompromissbereitschaft gefordert. Die Dozentin steht mit Rat und Tat zur Seite. Gemeinsam erarbeitet die Gruppe verschiedene Lösungsansätze. Im Laufe des Tages werden so die Grundrisse von drei Teilnehmern analysiert. Sabine Kriete-Neumann überzeugt vor allem durch ausgesprochenen Pragmatismus und ausgeprägte Intuition. Während des Unterrichts berichtet sie auch von eigenen Erfahrungen. Sie erzählt von ihren Erfolgen. Amüsiert schildert sie jedoch auch eigene Misserfolge und klassische „Anfängerfehler“. Selbst verhaltene Naturen verlieren so die Scheu vor der neuen Materie und bringen sich aktiv in die Diskussion ein. Die Zeit vergeht wie im Flug. Als die Dozentin gegen 18.00 Uhr das Ende des Unterrichtstages verkündet, wirken alle ein wenig erschöpft, aber dennoch glücklich. „Ist das mit den Elementen jetzt klar?“, fragt Sabine Kriete-Neumann einen Teilnehmer beim Hinausgehen. „Ich denke schon“, antwortet dieser zögernd, „aber ein wenig Übung werd’ ich wohl noch brauchen“. „Keine Sorge“, erwidert die Dozentin freundschaftlich, „wir haben ja morgen noch einige Fälle vor uns, unter anderem dein Haus, dann wird die Sache bestimmt klarer“. Der Mann wirkt erleichtert und steigt lächelnd in seinen Wagen. „Deswegen ist die Teilnehmerzahl bei unserer Ausbildung auf zwölf begrenzt“, sagt Sabine Kriete-Neumann zu mir gewandt, „bei mehr Leuten wäre es kaum möglich auf jeden einzelnen einzugehen“. Das Konzept scheint aufzugehen. Die Feng Shui Schule unterrichtet mittlerweile nicht nur in Hamburg und Köln, sondern ebenfalls in Berlin und München. Die Zahl der Dozenten ist von zwei auf vier angewachsen. Neben der Intensiv-Ausbildung veranstaltet die Schule auch fortführende Meisterklassen und Fortbildungen für Feng-Shui-Praktiker. Weiterbilden können sich in diesen Klassen nicht nur Absolventen der Schule, sondern ebenso Feng-Shui-Praktiker anderer Schulen, sofern sie über die jeweils erforderlichen Vorkenntnisse verfügen. © Copyright 2004 by Kira Lemke
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