Das
Blut der Erde: Ch'i
"Die Essenz von gutem Feng-Shui ist, die ch'i
Energie eines gegebenen Standortes einzufangen
und anzusammeln, ohne daß sie stagniert."
(Stephen Skinner)
Welcher gedanklichen Schule auch immer gefolgt wird, das
Hauptziel bleibt die Verdeutlichung des ch'i-Gehalts eines Ortes. Es gibt in der
westlichen Terminologie nichts gleichbedeutendes für ch'i, außer vielleicht dem
hebräischen "ruach", das mit "Lebensatem" übersetzt wurde. Ch'i
(manchmal auch "Qi" geschrieben, A.d.R.) ist die aktive Energie, die durch die
Formen fließt, die durch li produziert wurden. Als solches ist es für die Veränderungen
der Formen verantwortlich, die für alle lebenden Dinge charakteristisch sind, auch für
die Erde selbst.
Ch'i wirkt auf jeder Ebene. Auf der menschlichen Ebene ist es die Energie, die entlang der
Akupunkturmeridiane des Körpers fließt, auf der Ebene des Ackerbaus ist es die Kraft,
die, wenn sie nicht stagniert, fruchtbare Pflanzen hervorbringt, und auf der klimatischen
Ebene ist es die Energie, die vom Wind und den Wassern getragen wird.
(...) Um Feng-Shui zu verstehen, ist es unabdingbar, ch'i zu schätzen. Auf der
mikrokosmischen Ebene ist ch'i die Energie des Körperatems, der, wenn er in verschiedenen
Teilen des Körpers konzentriert wird, den Praktizierenden befähigen kann, die
erstaunlichen Leistungen der chinesischen Kampfkunst zu vollbringen.
Was für den Mikrokosmos zutrifft, hat auch für den Makrokosmos Gültigkeit, und ch'i
wird natürlich angesammelt und kann an gewissen Stellen in der Erde verbessert werden,
wenn landschaftliche Veränderungen unter Anwendung der Regeln von Feng-Shui durchgeführt
werden.
(Stephen Skinner: Chinesische Geomantie, Die
gesamte Lehre des Feng-Shui, Dianus-Trikont 1983 - leider vergriffen, A.d.R.) |