Heutzutage gibt es verschiedene Richtungen im Feng Shui, die sich deutlich voneinander abheben. Sie haben im allgemeinen nur eine einzige Gemeinsamkeit, nämlich die Grundlagen der Formschule, sowie ebenfalls die grundsätzlichen Regeln der fünf Wandlungsphasen. Ich gehe daher an dieser Stelle nicht weiter auf diese Dinge ein - Sie finden sie in jedem Buch zum Thema mehr oder weniger gut erklärt.
Die Typen von Feng Shui, denen sie auf Ihrer Reise durch die Quellen des Internets oder draußen im "richtigen Leben" begegnen könnten, sind im wesentlichen folgende (der Einfachheit halber in wesensähnliche Gruppen sortiert):
Diese Richtung ist am weitesten verbreitet. Das liegt vermutlich daran, daß sie so simpel ist. Sie ist leicht zu erklären und läßt sich daher gut schriftlich niederlegen.
Allerdings gibt es in ganz Asien wohl keinen einzigen Feng Shui Berater,
der mit dieser Methode arbeitet.
Diese Vorgehensweise ist komplett neuzeitlich und geht zurück auf
Thomas Lin Yun, den Führer/Leiter einer tibetisch-buddhistischen
Sekte in Amerika. Dessen Ideen wurden dann von verschiedenen anderen Menschen
übernommen, ein bißchen abgewandelt und dann als etwas Eigenes
verkauft. Gemeinsames Merkmal aller dieser Richtungen ist die
größtenteils fehlende Individualisierung auf den Klienten.
Außerdem werden die fünf Elemente/fünf Wandlungsphasen
völlig losgelöst von ihre energetischen Kompatibilität zum
Haus und dessen Bewohner eingesetzt.
Diese Variante ist speziell für Anfänger gut geeignet, um sich einmal, wenn auch oberflächlich, mit der Materie anzufreunden. Die meisten westlichen Berater, auch wenn sie inzwischen zu sinnvolleren Methoden gewechselt haben, sind über diese Schule erst auf Feng Shui gestoßen.
Zur Anwendung kommt neben den o.g. Formaspekten ein simples Diagramm, das
für alle Häuser und Wohnungen gleich ist und immer von der
Eingangsseite ausgeht. Danach hat man bei jedem Raum drei Möglichkeiten,
diesen zu betreten:
Im linken oder rechten Drittel oder aber der Mitte der Wand, in der sich
die jeweilige Eingangstür befindet.
Deshalb auch der Name: Drei-Türen Bagua. (Bagua
bedeutet "Acht Trigramme" und bezieht sich auf das I Ging, das Buch der
Wandlungen. Das ist ein altes chinesisches Schriftstück, das in der
Tat u.a. auch eine der Grundlagen des Feng Shui bildet. Mit diesem Buch
läßt sich mittels der erwähnten acht Trigramme und deren
Kombination für jedes Ding eine Zustandsbeschreibung abgeben. Auch die
weitere Entwicklung (= die Wandlung von einem Zustand in den nächsten)
läßt sich hiermit bestimmen.) Je nachdem ob das Diagramm auf allen
Seiten "vollständig" ist, wird dann eine Bewertung abgegeben und Heilmittel
werden installiert.
Wenn Sie nicht gerade auf diesen Seiten hier Ihre Erforschungsreise durch
das Internet beginnen, haben Sie sicher schon ein solches Diagramm gesehen.
Pro und Kontra: Man kann dieser Methode nicht absprechen, daß sie eine gewisse Anziehungkraft hat. Da man auf einfachster Ebene arbeitet, lassen sich falsche Heilmittel schnell wieder zurücknehmen. Damit hat diese Methode auch ihre Berechtigung. Da weitaus die meisten westlichen Feng Shui Berater damit arbeiten, scheint sie wohl trotz ihrem beschränkten Rahmen zu funktionieren. Allerdings muß man einen ziemlichen Aufwand betreiben, um die Energien des Gebäudes günstiger zu stimmen. Ich darf an dieser Stelle einmal einen guten Freund und Kollegen zitieren, der früher selber Ausbilder für diese Methode war, inzwischen aber zum Xuan Kong gewechselt hat: "Nachdem ich endlich alle Mittel und Maßnahmen bei mir installiert hatte, sah es bei mir zu Hause genauso aus, wie im Warteraum eines chinesischen Puffs!"
Die intuitive Schule versucht dieses Extrem zu vermeiden, indem sie statt chinesischer Artefakte westliche Gegenstände benutzt. Der Aufwand bleibt aber grundsätzlich der Gleiche. Es kann soweit gehen, daß Sie von Ihrem Berater/Ihrer Beraterin sogar dazu angehalten werden, von der Fußmatte vor der Tür über Ihre Kleidung, Ihre Tapeten, Ihre Bettwäsche bis hin zur Farbe Ihrer Haustür alles zu ändern. Dazu kommen dann noch eventuelle Umbauarbeiten am Haus selbst oder aber im Garten.
Was auch bei dieser Richtung sehr stark im Vordergrund steht, ist die Verwendung
von Ritualen und Beschwörungen.
Hier wird offensichtlich fehlendes Grundlagenwissen durch Pseudoesoterik
ergänzt.
Wegen Ihrer simplen Struktur und der fehlenden Untermauerung durch die Grundlagen
der chinesischen Traditionen wird diese Schule von den besser ausgebildeten
Beratern oft als "Tütensuppen-Feng Shui" oder "McFengShui" bezeichnet:
Schnell zu lernen, einfach in der Anwendung und nicht genügend in die
Tiefe gehend, um großen Schaden anzurichten.
Allerdings gibt es auch warnende Stimmen:
Ähnlich, wie man mit Schmerzmitteln nicht die Ursache der Schmerzen
bekämpft, sondern nur die Symptome verdeckt, kann diese Schule auch
über mehrere Jahre die eigentliche energetische Dysbalance verdecken.
Dann aber kommt sie geballt auf einen Schlag und richtet größeren
Schaden an, als eingetreten wäre, wenn man alles beim alten gelassen
hätte. (Großmeister Yap Cheng Hai und Großmeister Joseph
Yu)
Die acht Häuser Schule ist die verbreiteteste Variante von klassischem Feng Shui in Asien.
Es gibt wohl keinen ernsthaften Feng Shui Berater, der nicht zumindest zeitweise
damit arbeitet. Viele tun dies sogar ausschließlich.
Im wesentlichen benutzt diese Methode zwei Komponenten für ihre Aussagen:
1.) Es wird aus dem Geburtsjahr des Bewohners ein
Gua/Trigramm bestimmt.
2.) Die Ausrichtung des Hauses (die "Atemrichtung" des Hauses) ergibt ein
zweites Trigramm.
Diese Trigramme können zu zwei verschiedenen Gruppen (zu je vier Trigrammen) gehören, die sich untereinander diametral entgegengesetzt verhalten. Je nach Gruppenzugehörigkeit verteilen sich die "positiven" und "negativen" Bereiche innerhalb des Hauses anders. Wünschenswert wäre es, daß das Gua des Bewohners und das Gua des Hauses zur selben Gruppe gehören. Außerdem sollten die wichtigen Zimmer (Küche, Schlafzimmer, Wohnzimmer) in den positiven Zonen liegen.
Die Heilmittel, die hier zur Anwendung kommen, richten sich nach der
Elementeverteilung im Haus, die durch die Guas vorgegeben werden und nach
dem Trigramm des Bewohners, das ja auch eine Elementezuordnung besitzt.
Angestrebt wird ein möglichst harmonischer Energiefluß, nicht
eine Anhäufung von Energie.
Pros und Kontras: Diese Variante ist mit Sicherheit schon deutlich individueller
in der Anwendung; auch hält sich der Aufwand für die notwendigen
Verbesserungen in einem engerem Rahmen, als beim Drei-Türen-Bagua.
Der Nachteil besteht lediglich darin, daß bei der Ermitlung des Guas
des Hauses "nur" die Richtung und Energie erfaßt wird, die das Haus
aufnimmt; und nicht auch die energetische Grundstruktur des Hauses - bzw.
die Verteilung der Energien über das Haus.
Ein weiterer Nachteil (scheinbar) besteht darin, daß es bei dieser Methode mindestens zwei Unterschulen gibt, die nach um 180° verdrehten Grundannahmen vorgehen. Das ist für den Außenstehenden nur schwer, wenn überhaupt, nachzuvollziehen.
Diese Richtung geht nun einen Schritt weiter, als die Acht-Häuser-Schule. Während bei letzterer die Himmelsrichtung die Verteilung der Energien im Haus bestimmte, kommt nun noch die Komponente der Zeit hinzu.
Die Chinesische Medizin richtet sich in ihren Grundlagen sehr stark nach
den Rhythmen der Natur. Die alten Ärzte haben festgestellt, daß
jeder Teil des Körpers und jedes Organ zu bestimmten Zeiten ein
"Energiehoch" hat. In gleicher Weise gilt das auch für die Erde und
selbstverständlich auch für Häuser.
Um diesen Rhythmus zu bestimmen, teilt man den Grundriß des Hauses,
genau wie in allen anderen Varianten des Feng Shui, zunächst einmal
in neun gleichgroße Bereiche. Dann ermittelt man die Ziffer des aktiven
Sterns (für einen gewünschten Zeitraum) , der in das Zentrum gesetzt
wird, und verteilt die restlichen Ziffern (=Sterne) nach einem vorgegebenen
Muster in die übrigen Häuser. Die alten Feng Shui Meister haben
festgestellt, daß sich die aktiven Zeiten in ganz bestimmten Abfolgen
ändern. Diese Folgen lassen sich in neun Schritte unterteilen, dann
beginnt der Kreislauf von vorn. Das gilt sowohl für Jahre, als auch
für Monate und Tage, so daß sich, wenn man diese "Neun
Schritte(=Sterne)" über dem Haus in der vorgegebenen Folge verteilt,
ein ständig änderndes Energiemuster unterschiedlicher Kombinationen
ergibt. Jeder Stern hat seine eigenen Qualitäten, die für die
Bewertung, in Kombination mit der "Lebenszahl" des Bewohners, entscheidend
sind.
Zusammen mit dieser Lebenszahl (=dem Gua) des Bewohners ergibt sich ein guter Überblick über die energetische Gesamtsituation des Hauses, für das nun gezielt Maßnahmen geplant werden können. Diese Maßnahmen richten sich i.A. nach den Regeln des "Fünf-Elemente-Zyklus" und sind sehr variabel mit dem Klienten zu vereinbaren. Normalerweise lassen sich notwendige Änderungen gut in bestehende Strukturen einbauen.
Pros und Kontras: Da hier sowohl Zeitaspekte und räumliche Gegebenheiten individuell für den Klienten und dessen Haus kombiniert werden, ist diese Schule in sich ein "rundes" System. Diese Methode wird häufig benutzt, um günstige Zeitpunkte und (Reise-)Ziele für berufliche oder private Aktivitäten zu bestimmen. Nachteile: In der japanischen Variante Nine-Star-Ki gibt es anscheinend keine Frauen. Dort werden nämlich die Guas für Männer und Frauen nach derselben Formel berechnet. Das liegt wahrscheinlich daran, daß in Japan die Frauen traditionell recht wenig zu melden hatten. Daher ist wahrscheinlich die Berechnungsmethode für den weiblichen Anteil der Bevölkerung im Laufe der Zeit verloren gegangen.
In dieser Schule werden die schon im vorherigen System angewandten Prinzipien
noch einmal verfeinert. Die acht möglichen Hauptrichtungen werden jeweils
in drei Abschnitte unterteilt, die jeweils noch eine Yin oder Yang-Qualität
besitzen. Abhängig davon werden dann auch neun Sterne über dem
Grundriß des Hauses "fliegen gelassen". Entscheidend hierbei ist der
Zeitpunkt des Erstbezugs und auch die Daten größerer
Renovierungsarbeiten. Wenn diese neun Sterne einmal geflogen sind, fliegen
sie noch zweimal:
- Einmal für die energetische Grundstruktur des Hauses bezüglich
der Gesundheit und Harmonie der Bewohner und
- einmal für die energetische Grundstruktur des Hauses bezüglich
der Finanzen und der beruflichen Chancen.
Damit ergibt sich für jede der acht Richtungen und für das Zentrum des Hauses eine Kombinatiuon aus drei Ziffern, die die Sterne darstellen. Jeder Stern hat seine eigenen Qualitäten, die je nach dem jeweils aktiven Zeitzyklus, der sich alle zwanzig Jahre ändert, sowohl positiv, als auch negativ sein können. Außerdem gibt es ganz bestimmte Sternkombinationen, die grundsätzlich positive oder negative Bedeutung haben.
Was zusätzlich noch beachtet wird, sind bestimmte Richtungen, die auch wieder, je nach Zeitzyklus, unterschiedliche Bedeutung besitzen, sowie in diesem Zusammenhang auch das Vorhandensein von sog. Wasser- oder Bergdrachen. In noch weiter fortgeschrittennen Stufen besteht sogar die Möglichkeit, diese Strukturen selbst so zu berechnen, daß man die bestmöglichen Voraussetzungen künstlich herstellen kann.
Zusammen mit der Lebenszahl (=dem Gua) des Bewohners ergibt sich nun ein absolut genauer Überblick über die energetische Gesamtsituation des Hauses, für das nun gezielt Maßnahmen geplant werden können. Diese Maßnahmen richten sich i.A. nach den Regeln des "Fünf-Elemente-Zyklus" und sindwie im vorigen Abschnitt, sehr variabel mit dem Klienten zu vereinbaren. Normalerweise lassen sich notwendige Änderungen gut in bestehende Strukturen einbauen.
Pros und Kontras: Das Xuan Kong /Fleigende SterneFeng Shui ist wohl mit Abstand
die am weitesten entwickelte und damit auch komplizierteste Form von Feng
Shui. Hat man aber die Vorgehensweise erst einmal verinnerlicht, erhält
man auch die klarsten Eindrücke davon, was wo und wie zu Ändern
ist. Dabei reichen oft kleine, aber sehr gezielte Veränderungen aus,
um große Verbesserungen zu bewirken.
Nachteile: Es ist schwierig zu lernen und man findet wenig gut ausgebildete
Berater.
Die "Vier Säulen" stellen eine Sonderform des Feng Shui dar, weil hierbei
die zeitlichen Rhythmen ganz auf den Klienten zentriert zur Anwendung kommen.
Die vier Säulen sind vier Paare von Elementen der chinesischen Astrologie
und geben eine gute Auskunft darüber, welchen Weg ein Mensch im Leben
geht, und wie er/sie dabei am besten unterstützt werden kann. Die
Säulen setzen sich zusammen aus:
- Dem Jahr der Geburt
- Dem Monat der Geburt
- Dem Tag der Geburt und
- Der Stunde der Geburt
Für jede dieser Säulen ergibt sich im chinesischen Kalender eine ganz spezifische Kombination aus einem der fünf Elemente (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser - jeweils Yin oder Yang), den sog. "Himmelsstämmen", und einem der zwölf Tiere des chinesischen Sternkreises, denen auch wiederum Elemente zugeordnet werden.
Der Himmelsstamm des Tages der Geburt bestimmt i.A. das Leben des Menschen - und die Verteilung der übrigen Stämme und Zeichen zeigt an, wieviel Unterstützung oder Widerständen dieser Mensch in seinem Leben wohl begegnet.
Die Änderungsmaßnahmen bestehen nun daraus, daß die förderlichsten Elemente ausgewählt werden und damit die Umgebung "angefüllt" wird. Das geschieht in für diesen speziellen Menschen relevanten Aufenthaltsbereichen, wie z.B. dem Arbeitszimmer, aber auch dem Schlaf- oder Wohnzimmer oder dem Büro.
Pros und Kontras: An und für sich ist hat dieses System nur am Rande mit Feng Shui zu tun. Da aber die Maßnahmen zur Verbesserung der Situation sehr wohl die Umgebung des betreffenden Menschen verändern, gehört es unbedingt mit hierher. ABER: Es gibt wenig bekannte Meister, die die Vier Säulen als Basis für ihre Beratungen nehmen. Im Allgemeinen ist die Vorgehensweise so, daß nach Xuan Kong-Prinzipien vorgegangen wird und die vier Säulen lediglich zusätzliche Informationen liefern. Speziell wenn es darum geht, astrologische Aspekte, wie Schicksalsbestimmungen, mit abzufragen, kommen die Vier Säulen zum Einsatz.
Qi Mag ist (meines Wissens - ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren)
eine Erfindung von Yes T. Lim, der die Grundlagen von einfachem Feng Shui
mit Anteilen von Radiästhesie und ähnlichem vermengt hat. Dies
allerdings so erfolgreich, daß er neben G. Sator (3-Türen-Bagua)
wohl als DER Marktführer auf dem Gebiet der Feng Shui Ausbildung (im
deutschsprachigen Raum) angesehen werden kann. <Was wieder einmal zeigt,
dass Masse nicht auch unbedingt Qualität bedeutet.>
In seinem System gibt es zu den unter
Drei-Türen-Bagua genannten Vorgehensweisen auch noch
Maßnahmen wie Rutengehen, Elektrosmogmessungen, Netzfreischalter und
ähnliche, baubiologische Dinge.
Pros und Kontras:
Durch dieses Vorgehen deckt er zwar noch einen einen Teilbereich mit ab,
der vom klassischen Feng Shui nicht erfasst wird, aber er entfernt sich doch
sehr von den Ursprüngen.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gibt es auch keine
Hormondrüsen, Blutdruck u.ä., aber über die Syndrom-Diagnose
konnten schon die alten Chinesen Krankheiten mit Erfolg behandeln, für
die wir erst in der Neuzeit Namen und Ursachen gefunden haben. Da sich das
traditionelle Feng Shui an den gleichen Grundlagen orientiert, wie die
traditionelle Medizin, sollte es auch möglich sein, die Energien des
Umfeldes so zu harmonisieren, daß der krankmachende Streß von
elektrischen Feldern oder Gesteinsverwerfungen dem im Haus wohnenden oder
arbeitenden Menschen keinen Schaden mehr zufügen kann.