Haben Sie einen
Sohn, den Sie unterrichten?
Ich habe drei Söhne, und sie fangen an zu lernen. In unserer Kultur ist es
so, daß sie, egal ob es ihnen gefällt oder nicht, etwas darüber wissen müssen. In
unserer Kultur führt der Sohn das Leben seines Vaters fort. Auch wenn es den Söhnen
nicht gefällt, müssen sie mein Wissen weitertragen. Vielleicht gefällt es meinem Enkel,
dann kann er es übernehmen. Das ist anders als im Westen.Sie leben in London, so daß jetzt Briten zu Ihnen kommen mit Ihren Problemen
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Die Leute kommen von überall her und bitten mich, nach Afrika, Amerika usw.
zu kommen. Letztes Jahr war ich auch in Deutschland.
Sind die Probleme, die die Menschen im Westen haben,
andere als in China?
Die Fragen und Wünsche sind dieselben. Sie wollen wissen, was gut für sie
ist, wie es mit ihrer Arbeit weitergeht, ob ihr Zukunft gut aussieht. Wenn ich kann, helfe
ich ihnen. Doch das Bewußtsein und der kulturelle Hintergrund sind anders. Hier
betrachtet sich jeder allein, unabhängig von seinem Umfeld. In Asien sieht man seine
Situation eher abhängig von einem Energiefeld, in dem man lebt und das man möglichst
positiv für sich beeinflussen möchte. In Hongkong hat man ein starkes Gefühl für die
veränderliche Zeit. Deshalb gibt es dort viele Jahresberatungen. In London kommen die
Menschen bei akuten Problemen. Außerdem haben die Menschen hier andere Vorstellungen von
einem guten Haus, einer guten Wohnung, als in Asien. Dort würde z.B. niemand am Ende
einer Sackgasse wohnen wollen, weil man weiß, daß dort die Energie stecken bleibt. In
London schätzt man solch ein Grundstück als eine 'ruhige Wohnlage'.
Herzlichen Dank für dieses Gespräch, Herr Lam - auch
wenn es noch vieles zu fragen gäbe.
Das Gespräch führte Claudia Müller-Eberling am Rande des
Fengshui-Kongresses in Obernzell 1997
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DAO Verlag 1997 |