Ein Interview des Magazins
DAO mit Master Lam Kam Chuen:Wird Feng Shui in
Europa anders verstanden als in Asien?
Lam Kam Chuen, 1947
in Hongkong geborener Arzt für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Taiji und
Qigonglehrer, ist Autor eines in Fachkreisen sehr gelobten Buches über Fengshui. DAO gab
er einen Einblick in den Alltag eines Fengshui-Experten in Hongkong und die
unterschiedliche Haltung gegenüber dieser Lehre in seinem neuen Verbreitungsgebiet
Europa.
DAO: Herr Lam, Ihrer Ansicht nach wird
Fengshui im Westen nicht richtig verstanden. Was genau sind die Punkte, die hier
mißverstanden werden?
LAM KAM CHUEN: Man kann asiatisches Essen mit Stäbchen
essen, nicht aber ein Steak, und wenn man Tee in ein Glas mit etwas Orangensaft füllt,
kann man seinen wahren Geschmack nicht erkennen. Damit will ich sagen: Ohne Kenntnis des
wahren Fengshui, wie es z.B. in Hongkong praktiziert wird, wird man immer nur verschiedene
westliche Färbungen von Fengshui erfahren, nicht aber Fengshui, wie es wirklich ist. Den
Unterschied erkläre ich am Beispiel des T-Shirts: Chinesen benutzen ein T-Shirt als
leichte Kleidung, um den Körper warm zu halten. Westliche Menschen sehen beim T-Shirt auf
das Design, auf die Farbe usw. Sie vergessen das Eigentliche, die Wurzel. Sie halten sich
an das Äußere. (...)
DAO: Wann sind Sie nach England
gegangen?
Vor zwanzig Jahren. Ich war Taiji-Lehrer in Hongkong und praktizierte
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Ich hatte dort meine eigene Klinik und viele
Klienten. (...)
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