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Ursprünge des Feng Shui

Einführung - Feng Shui

Die Wurzeln des Feng Shui - Das I-Ging

Das I-Ging, welches als "Buch der Wandlungen" bezeichnet wird, ist vielleicht die älteste Schrift über Philosophie, Kosmologie, Prophezeiungen und Transformation, die es in der chinesischen Zivilisation gibt. Es ist eines der wenigen Bücher, die nicht der willentlichen Vernichtung durch Despoten zum Opfer fielen. Von der Zeit des ersten Tschin-Kaisers (221 v.Chr.) bis hin zu Mao Tse Tung gingen unzählige wertvolle Schriften verloren. Das I-Ging muß daher ein wesentlicher Bestandteil chinesischer Kultur sein. Womöglich übt es auf die Weisen ebenso wie auf die tyrannischen Herrscher irgendeine magische Anziehungskraft aus. Obgleich neuere Bücher Feng Shui als eine unabhängige intuitive Wissenschaft und Kunst bezeichnen, hat es seine Wurzeln im I-Ging. Es offenbart das Muster und den Puls des Lebens.

Feng-Shui-Yin-Yang-I-Ging.gif (5106 Byte) Eine Möglichkeit, sich der im I-Ging enthaltenen Weisheit zu nähern, besteht darin, über jede der 64 Abbildungen zu meditieren, die jeweils ein natürliches Phänomen als Muster der Wandlung darstellen. In der Meditation über das grundlegende Muster des Feng Shui, das im I-Ging enthalten ist, werden Sie ihr Verständnis dieser Kultur und der Welt, in der Sie leben, enorm vertiefen. Feng Shui wird Ihnen immer mehr als innere Wahrheit erscheinen."
(Johndennis Govert: Feng Shui - Harmonie zwischen Himmel und Erde, Hans-Nietsch-Verlag, 1998)
Wem Meditieren allein nicht genügt, sei "Die innere Struktur des I-Ging" von Lama Anagarika Govinda empfohlen. Hier ein kleiner Auszug:

Die erstaunlichste Eigenschaft des Buches der Wandlungen besteht darin, daß es nicht nach dem Unwandelbaren und Ewigen sucht, d.h. nicht nach etwas, das dem menschlichen Wunsch nach Aufrechterhaltung seiner Identität in einer ständig sich verändernden oder vergänglichen Welt entspricht, sondern daß es den Wandel selbst zum Grundprinzip des Universums erklärt. Die Chinesen fielen nicht einem wunschgeborenen Denken zum Opfer, das das Menschsein zu einem Ausnahmefall erklärt, durch den die grundlegenden Gesetze des Weltalls negiert werden, in dem der Mensch als eine unveränderliche und ewige Einheit konzipiert wird, die sich von allen anderen Lebensformen unterscheidet. Sie nahmen vielmehr den Stier bei den Hörnern und entdeckten das Ewige im Wechsel, d.h. die Tatsache, daß Transformation keine willkürliche Veränderung oder Unbeständigkeit ist, sondern g e s e t z m ä ß i g e r  W a n d e l. Die Entdeckung dieser Tatsache ist zugleich die Anerkennung jener Periodizität, die das Leben in allen seinen Formen beherrscht und daher geradezu als Ausdruck des Lebens selbst zu betrachten ist, wodurch sie im Gegensatz steht zu allem, was sich dem Wechsel entgegenstellt und so zum Tode führt. Denn wir sind alle sterblich, solange wir den Tod fürchten, sind aber unsterblich, sobald wir uns nicht mit den Grenzen unserer gegenwärtigen Persönlichkeit identifizieren und uns dem ewigen Rhythmus des Universums, in dem wir leben, hingeben.
(Lama Anagarika Govinda: Die innere Struktur des I-Ging, Aurum Verlag 1993)

Siehe auch: http://www.ICHING.com/
Hoch ] Taoismus ] [ Das I-Ging ] Yin & Yang ]