Die Wurzeln des Feng Shui - Taoismus
Dieses Gedicht stammt
aus dem Tao-te King, welches auch als das Lao Tse bekannt ist. Laut der chinesischen
Tradition wurde es von Lao Tse verfaßt. Der Name bedeutet "alter Meister". Es
heißt, Lao Tse sei ein Zeitgenosse von Kung Fu Tse (Meister Kung Fu) gewesen, der im
Westen als Konfuzius bekannt ist. Moderne Gelehrte gehen davon aus, daß Lao Tse
irgendwann zwischen 600 und 300 v.Chr. lebte. Manche sind der Auffassung, das Tao-te King
sei das Werk verschiedener Autoren. Mitunter hört man, es habe bereits vor dem sechsten
Jahrhundert als mündliche Tradition existiert. In jedem Fall enthalten die Gedichte
wertvolle Lehren. Jede Zeile kann auf verschiedenen Ebenen interpretiert werden. Jede von
ihnen reflektiert das tiefgründige Tao wie ein Juwel das Licht.
Das Tao-te King ist das älteste
Schriftstück der taoistischen Philosophie. Sein Name bedeutet wörtlich "der
Klassiker des Weges und seiner Macht". Tao bezieht sich auf einen Lebensweg, dessen
Befolgung zu einer Harmonie mit der Natur führt.
Innerhalb des Großen Weges des Tao gibt es
verschiedene kleinere "Taos" wie das Feng-Shui, die
Teezeremonie oder die Landschaftsmalerei. Sie alle lehren einen bestimmten Weg, zu dem
sich verschiedene Menschen hingezogen fühlen. Das Große Tao ist in all den kleineren
Lehren vollständig enthalten. Jedes der 81 Gedichte des Tao-te King enthält Hinweise
darauf, wie wir das Große Tao erkennen und befolgen können. Kein Gedicht versucht, das
Tao zu erklären; alle weisen nur auf den Weg hin.
(Johndennis Govert: Feng Shui -
Harmonie zwischen Himmel und Erde, Hans-Nietsch-Verlag, 1998)
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Ein Rad?
Dreißig Speichen um eine Nabe!
Und doch macht die leere Nabe es nützlich.
Eine Schüssel?
Ton, der auf einer Töpferscheibe gedreht wurde!
Und doch macht die innere Leere sie nützlich.
Ein Haus?
Wände, die durch Türen und Fenster unterbrochen werden!
Und doch macht der leere Raum es nützlich.
Darum bediene dich dessen, was
ist;
Erkenne den Nutzen in dem, was nicht ist.
Lao Tse

Unendliche Leere, das ist das
Tao!
Bediene dich seiner, und du wirst nie Mangel leiden.
Ein unbegreiflicher Abgrund
Vielleicht der Ahne von allem.
Es glättet scharfe Kanten;
Löst feste Knoten;
Mildert zu grelles Licht;
Durchdringt diese staubige Welt.
Tief im dunklen Wasser, ist es dennoch immer klar:
Ich weiß nicht, woher es kommt,
Und doch war es anscheinend schon vor Gott hier.
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