Man muß sich eigentlich nur vor Augen halten, daß jeder
Impuls, der ein Organ irgendwo im Körper steuert, seinen Ursprung im
Gehirn hat und dann durch die Wirbelsäule muß, um zu verstehen,
wie stark der Einfluß der einzelnen Wirbel auf die Steuerung des
Körpers ist.
Sind Wirbel in einer unphysiologischen Stellung miteinander verklebt oder
aber gegeneinander verdreht oder verschoben, kann es zu
Versorgungsstörungen der in diesem Gebiet austretenden Nerven kommen.
Eine ganze Zeit lang ist der Körper in der Lage, diese Störung
zu kompensieren, aber irgendwann kommt der Punkt, wo die
Kompensationsfähigkeit erschöpft ist.
Dann reicht eine falsche Bewegung und es entsteht ein Schmerz oder sogar
eine Nervenreizung/~verletzung.
Da natürlich auch die Hormondrüsen und die Steuerung des Immun- und des Verdauungssystems über Nerven versorgt werden, fallen auch Beschwerden dieser Funktionskreise mit in den Therapiebereich der Chiropraktik. Durch diese universelle Krankheitsursache gibt es fast keine Krankheit, bei der nicht wenigstens unterstützend die Anwendung der Chiropraktik angeraten ist. Bei manchen anderen Therapien gibt es sogar Einschränkungen in der Wirksamkeit, wenn nicht vorher evtl. vorhandene Blockaden beseitigt werden. (Zum Beispiel in der Ohrakupunktur gibt es einen Punkt für die erste Rippe. Wird dieser beim Testen als sensibel gefunden, muß erst der oberste Brustwirbel reponiert werden, weil sonst die Akupnktur möglicherweise gar nicht funktioniert.)
Denn wenn es erst einmal zur Chronifizierung der Funktionsstörung
gekommen ist, kann nach Ansicht der Chiropraktiker (auch Chiropraktoren)
nur die gezielte manuelle Berichtigung der Wirbelstellung eine
ursächliche und dauerhafte Hilfe bringen. Zu diesem Zweck
werden der oder die verschobenen Wirbel sorgfältig ertastet (unter
Umständen wird auch noch eine Röntgenaufnahme zu Rate gezogen),
der Patient sorgfältig in eine spezielle Lage gebracht, um eine leichte
Vor-Spannung zu erzeugen, und dann ganz gezielt und vorsichtig (!) der/die
Wirbel mit der Hand (deshalb heißt es schließlich
Chiropraktik) wieder in die normale Lage zurückgeschoben. Dadurch wird
der Nerv wieder frei, die Blutversorgung innerhalb des Nerven normalisiert
sich und somit auch die Funktion.
Auch bei Bandscheiben-Vorwölbungen werden durch richtige und
vorsichtige Anwendung der Chiropraktik a) die Wirbel wieder beweglich
und b) Verklebungen der Wirbelgelenke gelöst, so daß die Bandscheibe,
bzw. deren Kern, wieder zurückgleiten kann und nicht mehr die Nervenwurzel
irritiert.
Selbstverständlich muß bei jedem Patienten individuell
entschieden werden, ob und in welcher Form überhaupt der Einsatz der
Chiropraktik möglich ist, aber im Normalfall ist es weitaus problemloser
und weniger belastend, als manche(r) denken mag.
[So sollte es zumindest sein; aber leider finden sich auch heute noch
genügend Therapeuten die z.B. das Reponieren eines Lendenwirbels mit
dem Antreten (Kick-Starten) eines Geländemotorrades verwechseln.
(Gottseidank finden sich die meisten derartigen Behandler (?) aber auf Seiten
der Konkurrenz.)]
Ein weitverbreitetes Vorurteil ist, daß die Chiropraktik auf Dauer
eher schadet, als nützt.
Das ist falsch.
In den Anfangszeiten gab es viele Behandler, die nach der "Viel hilft
viel"-Methode an die Patienten gegangen sind und dabei versucht haben, schon
alleine über die Dehnung die Blockaden zu beseitigen. Dadurch wurden
selbstverständlich die Haltebänder der Wirbelsäule mit der
Zeit auch immer lockerer und konnten ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen:
Die Wirbelsäule wurde noch instabiler.
Es sind auch tatsächlich noch gelegentlich solche Behandler zu finden.
Leider gibt es keine Zeichen, an denen Sie diese erkennen können. Alleine
die Mitgliedschaft in irgendeinem Berufverband sagt nichts über die
Sensibilität oder die fachlichen Qualitäten desjenigen aus.
Sie müssen sich da schon auf Empfehlungen verlassen oder einige Kollegen
ausprobieren.
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